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Die Psoriasis-Arthritis

1. Was ist Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte-Arthritis)?

Die Psoriasis-Arthritis, auch Schuppenflechte-Arthritis genannt, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke, Sehnenansätze und Sehnen. Sie ist gekennzeichnet durch mögliche Beschwerden an Händen, Füßen, Knien, Hüfte und Wirbelsäule. Oft tritt sie gemeinsam mit einer Psoriasis (Schuppenflechte), das heißt einem Hautbefall, auf.

2. Psoriasis-Arthritis in Zahlen: Wer bekommt diese Erkrankung?

Etwa 20 bis 30 Prozent der an Schuppenflechte erkrankten Patient:innen können eine Psoriasis-Arthritis entwickeln mit Gelenkentzündungen und -beschwerden an Händen, Füßen, Knien, Hüfte und Wirbelsäule. Schätzungen zufolge leben bis zu 220.000 Menschen in Deutschland mit dieser Erkrankung.1
Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen. Die Psoriasis-Arthritis tritt normalerweise im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, sehr selten auch im Kindes- und Jugendalter.2

Die genaue Ursache der Psoriasis-Arthritis ist unbekannt, doch scheinen genetische sowie Umweltfaktoren eine Rolle beim Ausbruch zu spielen. Wie die Schuppenflechte gilt auch die Psoriasis-Arthritis nach heutigem Erkenntnisstand als nicht heilbar. Eine frühe, wirksame Behandlung ist jedoch wichtig, um Gelenkschäden erfolgreich verhindern zu können und den Verlauf positiv zu beeinflussen. So gilt es auch, die Psoriasis-Arthritis von anderen chronischen, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew abzugrenzen, die ähnliche Symptome aufweisen können.

3. Welche Symptome verursacht Psoriasis-Arthritis?

Psoriasis-Arthritis äußert sich durch vielfältige Entzündungssymptome. Zu dem typischen Krankheitsbild gehören Gelenkentzündungen an Händen, Füßen, Knien, Hüfte und Wirbelsäule (vor allem morgens, die gern so genannte Morgensteifigkeit), Entzündungen an Sehnenscheiden und Sehnenansätzen (Enthesitis), Streck- und Beugeseiten von Arm und Bein, häufig auch Achillessehnen, entzündlicher Rückenschmerz, das Anschwellen aller Gelenke eines Fingers bzw. der Zehengelenke einer Zehe (Daktylitis oder um gangssprachlich „Wurstfinger"), eine Entzündung der Fingerendgelenke, eine Entzündung der Fingernägel und Hautveränderungen.

Gelenkentzündungen

Rückenschmerzen

Sehnenentzündungen

Gelenkschwellung eines Fingers/einer Zehe

Fingerendgelenkentzündung

Fingernagelentzündung

4. Wodurch wird eine Psoriasis-Arthritis ausgelöst?

Die genaue Ursache der Gelenkentzündungen bei einer Psoriasis-Arthritis ist unbekannt. Es gibt jedoch Hinweise auf einen Zusammenhang von genetischen, immunologischen und Umweltfaktoren.3

Bei Patient:innen mit Psoriasis-Arthritis lässt sich das proinflammatorische Zytokin Interleukin 17 (IL-17) im Synovialgewebe nachweisen.4,5 Dies lässt darauf schließen, dass der IL-23/IL-17-Signalweg des Immunsystems bei der Pathogenese dieser Erkrankung, wie auch bei anderen immunvermittelten, entzündlichen Erkrankungen, eine wichtige Rolle spielt.5,6 In diesem wird zunächst das regulierende Masterzytokin Interleukin 23 (IL-23) vor allem von dendritischen Zellen und Makrophagen produziert, welches an den IL-23-Rezeptor der T-Helferzellen TH17 bindet.7,8 Auf diese Weise wird nicht nur Expansion und das Überleben der TH17-Zellen, sondern auch die Produktion nachrangiger Zytokine, wie IL-17, IL-22 und TNFα stimuliert, welche unter anderem über eine übermäßige Bildung von Synoviozyten und Neutrophilen zur Entzündungsreaktion führen.6,7

Entzündungsprozess bei Psoriasis-Arthritis6–8

5. Wie lässt sich die Diagnose Psoriasis-Arthritis genau stellen?

Die Anzahl unterschiedlicher Manifestationen und Erkrankungsverläufen machen diese Diagnose der Psoriasis-Arthritis schwierig. Erster Schritt der klinischen Diagnostik sollte die genaue Charakterisierung und Lokalisation der auftretenden Gelenkbeschwerden sein. Wichtig ist hier, welche Gelenke von Schmerzen und Schwellungen betroffen sind und ob es eine Veränderung der Symptome im Tagesverlauf gibt. Erste Hinweise geben hierbei eine Befragung der Patient:innen und die Palpation von Gelenken und Sehnenansätzen.9

Laboruntersuchungen spielen bei der Diagnose der Psoriasis-Arthritis nur eine untergeordnete Rolle, da es keine typischen Laborbefunde gibt. Unspezifische Entzündungsmarker wie die Blutsenkungsgeschwindigkeit und das C-reaktive Protein sind bei der Psoriasis-Arthritis oft nicht erhöht. Allerdings können die Blutwerte bei der Abgrenzung zur rheumatoiden Arthritis hilfreich sein.9

Um das Ausmaß der Gelenkschäden bei der Psoriasis-Arthritis beurteilen zu können, spielt die Röntgenuntersuchung eine wichtige Rolle.9 Zu den röntgenologischen Zeichen der Psoriasis-Arthritis gehören knöcherne Erosionen und periostale Knochenneubildungen, im späteren Krankheitsverlauf auch Fehlstellungen der Gelenke, Mutilationen und knöcherne Ankylosen.3 Mithilfe der Magnetresonanztomographie können frühe Gewebeveränderungen wie Synovitis, Enthesitis oder Osteitis betroffener Gelenke dargestellt werden. Eine akute Entzündungsaktivität an Sehnenansätzen, Synovia, Knorpel und Knochen zeigt eine hochauflösende Arthrosonographie mit Farb- und Powerdoppler an.9 Aufgrund der Strahlenbelastung und der fehlenden Spezifität wird eine Skelettszintigraphie bei der Diagnose der Psoriasis-Arthritis nicht mehr empfohlen.3

Die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis kann gestellt werden, wenn folgende Kriterien nach CASPAR (Classification criteria for psoriatic arthritis) erfüllt sind:10

  • Vorliegen einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke, der Wirbelsäule und/oder der Sehnen/Sehnenansätze UND
  • Ein Score von mindestens 3 aus folgenden Kategorien:
Punkte
Nachweis einer Psoriasis
  • Bestehende Psoriasis
  • Anamnestisch bekannte Psoriasis
  • Positive Familienanamnese
Punkte
2 oder
1 oder
1
Psoriatische Nagelbeteiligung
(Tüpfelung, Onycholyse, Hyperkeratose)
Punkte
1
Rheumafaktor negativ
Punkte
1
Daktylitis
  • Bestehende Daktylitis (Finger oder Zehe)
  • Anamnestisch bekannte Daktylitis
Punkte
1 oder
1
Radiologische Zeichen einer gelenknahen Knochenneubildung
Punkte
1

6. Wie sehen Behandlung und Therapie bei Psoriasis-Arthritis aus?

Die Therapie der Psoriasis-Arthritis setzt sich aus mehreren Säulen zusammen, wobei das primäre Ziel die Verbesserung der Lebensqualität durch Symptomkontrolle, die Prävention struktureller Schäden und die Normalisierung von Funktion und sozialer Teilhabe ist. Dieses kann durch das Anstreben einer Remission bzw. niedriger Krankheitsaktivität erreicht werden.11

Die medikamentöse Therapie sollte anhand der EULAR-Leitlinien ausgerichtet sein. Zur Linderung muskuloskelettaler Symptome empfehlen die Leitlinien zunächst eine Therapie mit NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac, die in erster Linie entzündungshemmend und schmerzstillend wirken. Als Zusatztherapie können lokale Glukortikoid-Injektionen direkt in die Gelenke erwogen werden.11

Je nach auftretenden Symptomen und Krankheitsmanifestation sollte eine Therapie mit Basistherapeutika eingeleitet werden. Hier werden zunächst csDMARD (Conventional synthetic disease-modifying antirheumatic drugs) empfohlen. Bei unzureichendem Ansprechen stehen in der nächsten Behandlungsphase bDMARD (biological disease modifying antirheumatic drugs, d.h. Biologika) wie TNFα-, IL-17-, IL-23 oder IL-12/23-Inhibitoren sowie JAK- und gegebenenfalls auch PDE4-Inhibitoren zur Verfügung.11

7. Welche Rolle spielt die Ernährung bei Psoriasis-Arthritis?

Eine Verbesserung der Lebensqualität geht bei der Psoriasis-Arthritis mit einer Verbesserung der Beweglichkeit einher. Damit Patient:innen ihre Beweglichkeit behalten, sollte die Therapie auch mit einer gesunden Ernährungsweise Hand in Hand gehen. Übergewicht wird nicht nur als einer der Auslöser der rheumatischen Erkrankung vermutet, durch die stärkere Belastung auf die Gelenke, insbesondere der Wirbelsäule und der Knie wird der Verlauf der Erkrankung negativ beeinflusst: Gelenkverschleiß nimmt stetig zu, Entzündungsprozesse werden gefördert. Eine gesunde Ernährung sowie eine Gewichtsabnahme spielen bei der Eindämmung dieser Krankheit eine in vielerlei Hinsicht wichtige Rolle. Johnson & Johnson hat deshalb für Patent:innen ein Unterstützungsprogramm rund um das Thema Ernährung entwickelt.

  1. Albrecht K et al. Z Rheumatol 2024;83(Suppl 1):20-30.
  2. Deutsche Rheuma-Liga. Psoriasis-Arthritis – Ratgeber für Betroffene. https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Broschueren/A30_Psoriasis_Arthritis.pdf, letzter Zugriff: September 2025
  3. Krausewitz C et al., Differentialdiagnosen im Überblick: Psoriasis-Arthritis. Karger Kompass Dermatol 2018;6:218-223.
  4. Mahil S et al. Semin lmmunopathol. 2016; 38(1):11–27.
  5. Sakkas LI et al. Front Pharmacol. 2019; 10:872
  6. Bunte K et al. Int J Mol Sci. 2019; 20(14) :pii:E3394
  7. Coates LC et al. Semin Arthritis Rheum. 2016; 46(3):291-304
  8. Reich K et al. J Am Acad Dermatol. 2017; 76:418-31
  9. Von Kiedrowski R et al, Psoriasis mit Gelenkbeteiligung: Ein interdisziplinärer Leitfaden für die Diagnosestellung und Therapie. Der Deutsche Dermatologe 2013; 3: Beilage 387037.
  10. Taylor W et al. Arthritis Rheum 2006; 54 (8 ):2665-73.
  11. Gossec L et al. Ann Rheum Dis 2024;83(6):706-719.
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